
Wien durch die Linse: Ein Insider-Guide zu den besten Fotospots
Wien steht nicht einfach nur da; die Stadt posiert. Von der imperialen Wucht der Habsburger-Paläste bis zum stimmungsvollen Kopfsteinpflaster der Inneren Stadt ist die österreichische Hauptstadt wie für die Kamera geschaffen. Ein großartiges Foto erfordert hier jedoch mehr, als nur das Objektiv auf eine Barockfassade zu richten. Man muss das wechselnde Licht verstehen, die Zeitpläne der Touristengruppen kennen und wissen, wo sich die besten Aussichtspunkte befinden. Ich habe Jahre damit verbracht, die Blaue Stunde über diesen Dächern einzufangen. Dieser Guide hilft Ihnen, die typischen Postkartenmotive zu überspringen und genau die Winkel zu finden, in denen der architektonische Rhythmus der Stadt wirklich Klick macht. Erfahren Sie, wie Sie die Belvedere-Spiegelungen perfektionieren, wo Sie Ihr Stativ für die Staatsoper aufstellen und wie Sie in ein aktives Justizgebäude gelangen, um einen Ausblick zu genießen, den die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen. Packen Sie Ihr Weitwinkel ein und leeren Sie Ihre Speicherkarten. Es ist Zeit für die Arbeit.
Fotos
Die kaiserlichen Klassiker: Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere

Schönbrunn im Morgengrauen ist ein Erlebnis für sich. Die Gärten öffnen um 6:30 AM. Seien Sie pünktlich dort. So haben Sie einen massiven Vorsprung, bevor die Reisebusse eintreffen. Gehen Sie am Haupttor vorbei in Richtung Neptune Fountain. Wenn Sie dort sind, sobald die Sonne den Horizont überquert, leuchtet die habsburgergelbe Fassade wie eine Filmkulisse. Nutzen Sie ein Teleobjektiv, um die Distanz zwischen den Blumen und dem Palast optisch zu stauchen. Der Eintritt in die Gärten ist frei, aber die Dachterrasse der Gloriette kostet etwa €5.50 ($6). Ganz ehrlich? Die Aussicht vom Grashügel direkt davor ist genauso gut und kostet gar nichts. Beim Schloss Belvedere dreht sich alles um das Wasser. Das Upper Belvedere verfügt über riesige Spiegelbecken, die am späten Nachmittag golden leuchten. Wenn es windstill ist, erhalten Sie ein perfektes Spiegelbild des barocken Mauerwerks. Sparen Sie sich das Stativ für drinnen; sie sind dort ebenso wie Blitzlicht verboten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Sphinx-Statuen und die geometrischen Hecken. Profi-Tipp: Im Winter erzeugt der Weihnachtsmarkt im Ehrenhof ein fantastisches Bokeh am Abend. Im Sommer bietet die schattige Roman Ruin Schutz vor dem blendenden Licht des weißen Kiesels.
Erhöhte Perspektiven: Stephansdom und der Graben

Den Stephansdom vom Boden aus zu fotografieren, ist aufgrund der engen Winkel und Menschenmassen ein Albtraum. Um das markante Zickzack-Ziegeldach zu sehen, müssen Sie hoch hinaus. Der Südturm, auch „Steffl“ genannt, erfordert einen Aufstieg über eine Wendeltreppe mit 343 Stufen. Das ist ein echtes Workout, aber die Aussicht ist unverbaut. Wenn Sie schwere Ausrüstung schleppen, nehmen Sie den Aufzug zum Nordturm für €7 ($7.50). Dort stehen Sie direkt neben der 20 Tonnen schweren Pummerin-Glocke. Die Mosaikziegel sind zum Greifen nah, auch wenn Sie durch ein Sicherheitsnetz fotografieren müssen. Zur Blauen Stunde sollten Sie zum Graben spazieren. Die Pestsäule wirkt wie ein goldener Stachel gegen den dunkler werdenden Himmel. Wenn es regnet, suchen Sie nach Pfützen auf dem Pflaster. Die Spiegelung der Ladenlichter und Kirchturmspitzen erzeugt eine Stimmung, die viele verpassen. Später positionieren Sie sich an der Ecke Graben und Kohlmarkt. Richten Sie Ihren Schuss auf die grüne Kuppel der Hofburg am Michaelerplatz aus – eine klassische Fluchtlinie. In diesen Fußgängerzonen sind Stative in Ordnung, aber achten Sie auf die Fiaker. Diese Pferdekutschen halten nicht an, nur weil Sie gerade auf der Jagd nach einer tiefen Perspektive sind.
Das versteckte Dach: Der Justizpalast

Der Justizpalast am Schmerlingplatz 11 ist ein aktives Gerichtsgebäude, kein Museum. Genau das macht ihn zu einem der besten Fotospots in Wien für Kenner. Die neorenaissance Haupthalle ist ein symmetrisches Meisterwerk aus Marmor und Glas. Aber die Sicherheit ist streng. Sie müssen durch einen Metalldetektor, und die Besucherzahl ist auf 25 Personen pro Stunde begrenzt. Kommen Sie an einem Wochentag um 7:30 AM, wenn geöffnet wird. Bringen Sie keinen großen Rucksack oder ein Stativ mit; diese werden am Empfang konfisziert. Bleiben Sie bei einer Handkamera. Gehen Sie die prachtvolle Treppe für den perfekten zentrierten Schuss hinauf. Gegen 10:00 AM fällt das Licht durch die Glasdecke in dramatischen Bahnen auf den Steinboden. Wenn Sie fertig sind, nehmen Sie den Lift zum Justizcafé im 5. Stock. Es ist eine einfache Kantine, aber die Außenterrasse ist der eigentliche Schatz. Sie bietet einen 360-Grad-Blick über das Parliament und die Ringstrasse. Hier wird nur Bargeld akzeptiert, bringen Sie also Euro für einen Kaffee mit. An klaren Tagen ist dies die beste kostenlose Aussicht der Stadt.
Barocke Pracht: Der Prunksaal der Nationalbibliothek

Der Prunksaal am Josefsplatz 1 kommt einer Filmkulisse am nächsten. Er ist ein 80 Meter langer Ausdruck barocken Egos aus dem 18. Jahrhundert. Wir sprechen von 200.000 ledergebundenen Büchern und riesigen venezianischen Globen. Der Eintritt kostet €11 (ca. $12) und ist jeden Cent wert. Beachten Sie jedoch die Einschränkungen: Kein Blitz, keine Stative und wenig Licht. Sie benötigen ein lichtstarkes Objektiv, idealerweise f/1.8, und eine Kamera, die hohe ISO-Werte ohne Rauschen bewältigt. Nutzen Sie ein Weitwinkelobjektiv am Ende der Halle, um die Perspektive der Regale einzufangen, die zur Mitte streben. Schauen Sie nach oben: Das 30 Meter hohe Kuppelfresko von Daniel Gran ist das Highlight. Das Mittagslicht ist großartig für das Blattgold auf den Buchrücken, aber der Andrang ist groß. Buchen Sie Ihr Ticket online, um die Schlange zu überspringen, und kommen Sie pünktlich um 10:00 AM. Nutzen Sie die Samtseile als Führungslinien, um den Blick des Betrachters durch den Mittelgang zu leiten, während Sie auf eine Lücke im Touristenstrom warten.
Filmreifes Wien: Die Albertina-Terrasse und Staatsoper

Für das große, filmreife Wien-Foto sollten Sie zur Albertina-Terrasse gehen. Diese Plattform liegt direkt über dem Straßenniveau und bietet einen Blick direkt auf die Wiener Staatsoper. Sie ist aus gutem Grund ein lokaler Favorit. Sogar die Treppen zur Terrasse sind oft mit Kunst bedeckt und ein Motiv für sich. Die Blaue Stunde ist die ideale Zeit hier. Wenn der Himmel kobaltblau wird und die Lichter der Oper angehen, ist der Kontrast unglaublich. Da es sich um einen öffentlichen Platz handelt, können Sie hier ein Stativ benutzen. Nutzen Sie eine Langzeitbelichtung, um die Straßenbahnen auf der Ringstrasse in rote und weiße Lichtstreifen zu verwandeln. Das verleiht der altweltlichen Architektur Dynamik. Gehen Sie danach hinunter zu den Opernarkaden. Das diffuse Licht in diesen Steingängen ist perfekt für Porträts. Achten Sie auf die Spiegelungen der Lampen im polierten Boden. Die Terrasse ist 24/7 geöffnet. Wenn Sie eine stimmungsvolle, leere Version dieser Aussicht wollen, kommen Sie um 3:00 AM zurück. Das ist die Seele der Stadt in einem Bild.
Praktische Tipps
- 1Nehmen Sie Bargeld für die Aussichtspunkte mit. Das Justizcafé auf dem Dach akzeptiert keine Karten. Haben Sie €20 dabei.
- 2Vergessen Sie das Stativ für Innenaufnahmen. Im Prunksaal und in den Palästen werden Sie damit abgewiesen. Packen Sie stattdessen ein lichtstarkes f/1.8 Objektiv ein.
- 3Die 6:30 AM-Regel: Die Gärten von Schönbrunn sind im Morgengrauen kostenlos und leer. Seien Sie vor dem ersten Reisebus dort.
- 4Nutzen Sie die begrenzte Kapazität im Justizpalast. Es sind nur 25 Gäste pro Stunde erlaubt. Erscheinen Sie um 7:30 AM mit einer kleinen Tasche.
- 5Wählen Sie den einfachen Weg am Dom. Zahlen Sie die €7 für den Aufzug zum Nordturm. Das ist für Dachfotos besser als der Aufstieg über 343 Stufen im Südturm.
- 6Warten Sie auf die Blaue Stunde. Wiens weiße Gebäude sehen mittags gut aus, aber sie strahlen erst 20 Minuten nach Sonnenuntergang richtig. Das ist Ihre Zeit.
- 7Tickets online kaufen. Bezahlen Sie die €11 für den Prunksaal vorab. Verschwenden Sie das beste Morgenlicht nicht in einer Warteschlange.
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Albertina
Auf einem erhaltenen Abschnitt der alten Wiener Stadtmauer thront die Albertina – ein Ort, an dem kaiserliche Geschichte und hochkarätige moderne Kunst aufeinan

Ankeruhr
Suchen Sie auf Wiens ältestem Platz nicht einfach nur nach einer Möglichkeit, die Zeit abzulesen. Schauen Sie nach oben. Die Ankeruhr am Hoher Markt überspannt

Österreichische Nationalbibliothek
Ein Besuch in der Austrian National Library in Vienna fühlt sich weniger wie ein Museumsbesuch an, sondern eher wie der Eintritt in einen barocken Fiebertraum.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich im Schloss Schönbrunn oder Schloss Belvedere ein Stativ benutzen?
Ist der Justizpalast für die Öffentlichkeit zugänglich?
Welcher Turm des Stephansdoms ist am besten zum Fotografieren geeignet?
Wie viel kostet der Eintritt in den Prunksaal der Nationalbibliothek?
Wo habe ich die beste Aussicht auf die Wiener Staatsoper?
Sind Drohnen für Fotoaufnahmen in Wien erlaubt?
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