
Pestsäule
Sehenswürdigkeit
Über das Erlebnis
Einheimische nennen sie einfach die Pestsäule, und man kann sie kaum übersehen. Mitten im luxuriösen Shopping-Trubel am Graben steht diese hochbarocke Explosion aus Marmor und Gold als düstere Erinnerung an Wiens dunkelstes Jahr. Dies ist kein steifes Standard-Denkmal, sondern eine chaotische, wirbelnde Pyramide aus Wolken und Engeln, die förmlich dem Himmel entgegenzuschmelzen scheint. Werfen Sie einen genauen Blick auf die Basis: Dort wird eine groteske Hexe, die den Schwarzen Tod darstellt, von einem Engel ins Verderben gestürzt. Darüber führen neun Chöre von Engeln den Blick hinauf zu einer vergoldeten Heiligen Dreifaltigkeit. Es ist theatralisch, exzessiv und ein wenig seltsam – fängt aber das Lebensgefühl der Habsburger perfekt ein: Wenn die Welt untergeht, baue etwas Prachtvolles. Egal, ob Sie durch den ersten Bezirk zur Hofburg eilen oder nur Schaufensterbummel machen – halten Sie hier kurz inne. Es ist die in Stein gehauene Seele der Stadt.
Fotos









Geschichte & Bedeutung

Die Colonna della Peste in Vienna verdankt ihre Existenz der Großen Pest von 1679, einem Albtraum, der rund 76.000 Menschen das Leben kostete. Kaiser Leopold I. blieb nicht, um zuzusehen; er floh aus der Stadt und versprach ein prächtiges Denkmal, sollte die Seuche enden. Zuerst entstand eine schlichte Holzversion, doch ab 1683 wurden die Schwergewichte der Barockwelt herangezogen. Berühmte Namen wie Fischer von Erlach und Paul Strudel übernahmen das Projekt. Sie verwarfen das traditionelle Säulendesign zugunsten einer innovativen Wolkenpyramide, die von Theaterkulissen inspiriert war. Als sie 1693 schließlich eingeweiht wurde, feierte sie nicht nur das Ende der Pest, sondern würdigte auch den Sieg über die Osmanen von 1683. Achten Sie auf Leopold I., der an der Basis im Gebet kniet. Seine ausgeprägte Unterlippe zeigt die berühmte Habsburger-Lippe in all ihrer Pracht.
Die Architektur

Dies ist kein typischer, langweiliger Steinpfeiler. Die Colonna della Peste brach alle Regeln der Kunst des 17. Jahrhunderts. Sie ist eine „Wolkenpyramide“, die starre Linien gegen ständige Bewegung eintauscht. Gestalter wie Fischer von Erlach und Paul Strudel setzten voll auf das Drama des Hochbarocks. Alles hier erscheint in Dreiergruppen, um die Heilige Dreifaltigkeit zu ehren: Es gibt drei vertikale Ebenen, drei Flügel und neun Engel, die die himmlischen Chöre darstellen. Der Großteil wurde aus Salzburger Untersberger Marmor gefertigt, für die Statue des Kaisers wurde jedoch feinerer Laaser Marmor aus Südtirol verwendet. Die Art und Weise, wie das Licht in die tiefen Nischen fällt, lässt das gesamte Monument lebendig wirken. Es ist ein Meisterwerk der theatralischen Baukunst, das bewies, dass Wien das neue Zentrum des europäischen Stils war.
Die Umgebung

Das Denkmal steht am Graben, einer Straße, die einst als römischer Graben begann. Heute ist sie der Ort, an dem das alte Geld der Stadt seine Einkäufe erledigt. Sie sind umgeben von monumentalen Bauten des 19. Jahrhunderts und Luxusboutiquen. Schauen Sie aber nicht nur in die Schaufenster. Schlüpfen Sie in die Peterskirche gleich um die Ecke, um ein barockes Interieur zu sehen, das der Säule in nichts nachsteht. Wenn Sie sich für Moderne interessieren, werfen Sie einen Blick auf das Ankerhaus von Otto Wagner ganz in der Nähe – ein schöner Kontrast vom Barock zum eleganten Jugendstil. Wenn die Füße müde werden, gönnen Sie sich einen Kaffee bei Julius Meinl am Graben. Es ist teuer, aber die Aussicht auf das Treiben ist unschlagbar. Von hier aus sind es nur fünf Gehminuten zur Hofburg oder zum Dom.
Fotografie-Tipps

Dieses Denkmal tagsüber zu fotografieren, ist wegen der Menschenmassen eine Herausforderung. Um die volle Höhe einzufangen, sollten Sie früh kommen und sich nah an die Ladenfronten zurückziehen. Die wahren Schätze liegen jedoch im Detail. Nutzen Sie ein Zoomobjektiv, um die Qual im Gesicht der Pesthexe an der Basis festzuhalten, oder fokussieren Sie die goldene Dreifaltigkeit gegen einen tiefblauen Himmel. Am späten Nachmittag fällt die Sonne zwischen die Gebäude und erzeugt starke Schatten in den Marmorfalten – perfekt für stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Im Dezember rahmen die riesigen Kronleuchter-Lichter des Grabens die Säule perfekt ein. Das ist purer Kitsch, sieht aber auf Fotos fantastisch aus.
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Wichtige Tipps für Besucher
- Die Habsburger-Lippe entdecken
Schauen Sie sich die kniende Statue von Leopold I. genau an. Seine schwere Unterlippe ist ein Paradebeispiel für das berühmte genetische Merkmal der Kaiserfamilie.
- Den Massen entgehen
Der Graben verwandelt sich ab 11:00 Uhr in ein dichtes Gedränge aus Reisegruppen. Kommen Sie vor 09:00 Uhr, wenn Sie ein freies Foto vom Marmor machen wollen.
- Blick nach oben zum Gold
An klaren Tagen fängt die vergoldete Dreifaltigkeit an der Spitze das Licht brillant ein. Es ist das schönste Detail des gesamten Denkmals.
- Mit einem Geheimtipp kombinieren
Gehen Sie nach der Besichtigung dreißig Sekunden weiter zur Peterskirche. Der Eintritt ist frei, und sie bietet eine der prachtvollsten Barock-Innenausstattungen Österreichs.
- Die Orientierung behalten
Nutzen Sie die Säule als Halbzeitmarkierung. Sie steht perfekt in der Sichtachse zwischen dem Südturm von St. Stephen's und den Toren der Hofburg.
Beste Reisezeit
"Kommen Sie bei Sonnenaufgang, um das Blattgold leuchten zu sehen, ohne dass tausend Touristen im Bild stehen. Wenn Sie es morgens nicht schaffen, kommen Sie nach Einbruch der Dunkelheit. Die Scheinwerfer verwandeln den weißen Marmor und das Gold in eine dramatische Theaterkulisse vor dem Nachthimmel."
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Häufig gestellte Fragen
Warum wurde die Wiener Pestsäule ursprünglich errichtet?
Wie erreiche ich die Colonna della Peste mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Was sind die besten Fotografie-Tipps für die Colonna della Peste?
Welche anderen Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Nähe der Colonna della Peste?
Lohnt sich ein Besuch der Pestsäule im Winter?
Gibt es gute Restaurants in der Nähe der Colonna della Peste?
Was macht die Architektur der Colonna della Peste so einzigartig?
Gibt es eine Kleiderordnung für den Besuch der Pestsäule?
Wie viel Zeit sollte ich für Pestsäule einplanen?
Ist Pestsäule barrierefrei zugänglich?
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