
Der ultimative Wien Straßenbahn-Guide: Routen, Tickets und Insider-Tipps
Vergessen Sie die Walzer. Der wahre Sound der Stadt ist das helle, fröhliche Klingeln einer Wiener Straßenbahn. Die Einheimischen nennen sie wegen dieser Glocke liebevoll „Bim“. Es ist eines der ältesten und weitläufigsten Netze der Welt. Sie gleiten an kaiserlichen Palästen, Gemeindebauten und ruhigen Weindörfern vorbei. Die U-Bahn ist zwar schneller, aber die Straßenbahn ist ein fahrendes Theater. Sie erhalten einen Logenplatz für die Ringstrasse und böhmische Gassen, die U-Bahn-Pendler nie zu Gesicht bekommen. Aber verlassen Sie sich nicht auf alte Infos. Jüngste Tariferhöhungen, das Ende alter Touristenrouten und der Umstieg auf die WienMobil App bedeuten, dass Ihr alter Reiseführer wahrscheinlich falsch liegt. So fahren Sie die Bim wie ein Local und vermeiden hohe Bußgelder.
Fotos
Überblick & was Sie von der „Bim“ erwarten können

Wien betreibt das drittgrößte Straßenbahnnetz der Welt. Wir sprechen von 28 Linien und 230 Kilometern Gleisen. Es ist seit 1865 in Betrieb – erst mit Pferden, dann mit Dampf, heute mit Strom. Sie werden zwei Hauptstile sehen. Die klassischen rot-weißen Wagen haben harte Kunststoffsitze und ein charakteristisches Motorengrummeln. Dann gibt es die schnittigen Niederflurmodelle von Porsche, die nur wenige Zentimeter über dem Asphalt schweben. Das Mitfahren ist eine ruhige Angelegenheit; man liest Gratiszeitungen oder starrt aus dem Fenster. Es gibt keine Drehkreuze, man steigt einfach ein. Aber halten Sie das nicht für eine Gratisvergnügen. Zivile Kontrolleure sind häufig unterwegs. Die meisten Haltestellen haben digitale Anzeigen, die genau zeigen, wann die nächste Bim kommt. Sie verkehren von 5:00 Uhr morgens bis Mitternacht. Danach nehmen Sie einen Nightline-Bus.
Die DIY-Ringstrasse-Tour: Linien 1, 2, D und 71

Ignorieren Sie Blogs, die Ihnen raten, die gelbe Vienna Ring Tram zu suchen. Sie ist Geschichte und wurde dauerhaft eingestellt. Verschwenden Sie keine Zeit damit, sie am Schwedenplatz zu suchen. Stellen Sie sich stattdessen Ihre eigene Tour zum Preis eines Kaffees zusammen. Die Ringstrasse ist der Boulevard aus dem 19. Jahrhundert, der die alten Stadtmauern ersetzte. Keine einzelne Linie umrundet heute mehr den kompletten Ring. Starten Sie bei der Oper (Oper/Karlsplatz). Nehmen Sie die Linie 1 Richtung Prater Hauptallee. Sie kommen an der Hofburg, dem Kunsthistorischen Museum und dem gotischen Rathaus vorbei. Steigen Sie am Schwedenplatz aus, wechseln Sie den Bahnsteig und nehmen Sie die Linie 2 Richtung Dornbach. Diese vervollständigt den Kreis über das MAK und den Stadtpark. Wollen Sie mehr? Die Linien D und 71 decken ebenfalls große Teile dieser Route ab. Die Linie D ist zudem Ihre beste Wahl, um das Schloss Belvedere zu erreichen.
Abseits des Rings: Wiens schönste Straßenbahnstrecken

Der Ring ist das Aushängeschild, aber die Außenbezirke sind die Seele. Nehmen Sie die Linie 38 vom Verkehrsknotenpunkt Schottentor. Die Wiener nennen die Station „Jonas-Reindl“, weil sie wie eine Suppenschüssel aussieht. Diese Linie erklimmt den 19. Bezirk; Beton weicht Weinreben. Sie endet in Grinzing. Gönnen Sie sich einen Gemischten Satz in einem lokalen Heuriger. Für einen anderen Vibe wählen Sie die Linie 49. Sie schneidet durch den 7. Bezirk, Neubau – das kreative Herz der Stadt mit Indie-Shops und Third-Wave-Espresso. Sie passiert die massive Bibliothek am Urban-Loritz-Platz, bevor sie die Arbeiterviertel von Hütteldorf erreicht. Wenn Sie mit der Linie 1 über das Zentrum hinausfahren, sehen Sie das skurrile, bunte Hundertwasserhaus. Sie endet an der Prater Hauptallee, direkt beim Riesenrad.
Tickets, Tarife und die große Preiserhöhung 2026

Ein Ticket gilt für alle Wiener Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen. Aber die Regeln haben sich geändert. Am 1. Januar 2026 stiegen die Preise zum ersten Mal seit 13 Jahren. Die Stadt will weg vom Papier und hin zur WienMobil App. Ein Einzelticket aus Papier am Automaten kostet jetzt 3,20 €. Kaufen Sie es in der App für 3,00 €. Die 48-Stunden- und 72-Stunden-Pässe wurden abgeschafft. Stattdessen empfiehlt sich ein 24-Stunden-Pass für 10,20 € (9,70 € digital) oder das 7-Tage-WIEN-Ticket für 28,90 €. Beachten Sie, dass die digitale 7-Tage-Version 25,20 € kostet, aber nicht übertragbar ist. Erwarten Sie nicht, ein Ticket beim Fahrer zu kaufen; die meisten verkaufen keine mehr. Wenn Sie Papier haben, entwerten Sie es in den blauen oder orangefarbenen Boxen bei den Türen. Ohne Ticket droht eine Strafe von 135 €.
Etikette, Kontrolleure und Überlebenstipps für Locals

Drängeln Sie nicht an den Türen. Treten Sie zur Seite und lassen Sie die Leute zuerst aussteigen – das ist die Wiener Art. Achten Sie im Inneren auf Sitze mit blauen Aufklebern; diese sind für Senioren oder Schwangere reserviert. Wenn diese zusteigen, stehen Sie auf. Warten Sie nicht darauf, dass sich die Türen von selbst öffnen – drücken Sie den leuchtenden Knopf. Die wahre Gefahr sind die Schwarzkappler. Das sind zivile Kontrolleure, die oft wie Touristen aussehen. Sie steigen in Gruppen ein, sperren die Entwerter und zeigen ihre Marke. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht; sie haben Kartenlesegeräte für das Bußgeld von 135 € dabei. Vermeiden Sie die Stoßzeit von 7:30 bis 9:00 Uhr. Wenn Sie mit Kinderwagen unterwegs sind, achten Sie auf das Rollstuhlsymbol an der Anzeige – das bedeutet, dass eine barrierefreie Niederflurbahn kommt.
Praktische Tipps
- 1Nutzen Sie die WienMobil App. Digitale Tickets sparen Geld. Eine Einzelfahrt kostet am Handy 3,00 €, auf Papier 3,20 €.
- 2Entwerten Sie Ihr Papier-Ticket. Wenn Sie es nicht sofort in der orangefarbenen Box abstempeln, ist es ungültig und Sie gelten als Schwarzfahrer.
- 3Rechnen Sie mit den Schwarzkapplern. Kontrolleure tragen Hoodies und Jeans statt Uniformen. Der Touristen-Bonus bewahrt Sie nicht vor der 135 € Strafe.
- 4Sonntage gehören den Familien. Kinder unter 15 Jahren fahren an Sonntagen, Feiertagen und während der Wiener Schulferien kostenlos. Kinder unter 6 Jahren fahren immer gratis.
- 5Vergessen Sie die gelbe Bim. Sie existiert nicht mehr. Nutzen Sie die Linien 1 und 2 für die Ringstrasse zu einem Bruchteil der Kosten.
- 6Drücken Sie den Türknopf. Die meisten Türen öffnen sich an Haltestellen nur, wenn Sie das kreisförmige Licht direkt an der Tür betätigen.
- 7Achten Sie auf das ULF-Icon. Suchen Sie nach dem Rollstuhlsymbol auf der Bahnsteiganzeige, wenn Sie eine Niederflurbahn für den Kinderwagen benötigen.
- 8Niemals an Bord kaufen. Nur alte Wagen haben Automaten. Diese verlangen einen Aufpreis von 3,40 € und nehmen nur Münzen. Kaufen Sie vor Fahrtantritt.
Top-Sehenswürdigkeiten

Albertina
Auf einem erhaltenen Abschnitt der alten Wiener Stadtmauer thront die Albertina – ein Ort, an dem kaiserliche Geschichte und hochkarätige moderne Kunst aufeinan

Ankeruhr
Suchen Sie auf Wiens ältestem Platz nicht einfach nur nach einer Möglichkeit, die Zeit abzulesen. Schauen Sie nach oben. Die Ankeruhr am Hoher Markt überspannt

Österreichische Nationalbibliothek
Ein Besuch in der Austrian National Library in Vienna fühlt sich weniger wie ein Museumsbesuch an, sondern eher wie der Eintritt in einen barocken Fiebertraum.
Häufig gestellte Fragen
Fährt die gelbe Vienna Ring Tram noch?
Wie lange fahren die Straßenbahnen in Wien?
Muss ich ein Ticket aus der WienMobil App entwerten?
Kann ich ein Ticket beim Straßenbahnfahrer kaufen?
Ist der öffentliche Nahverkehr in Wien für Kinder kostenlos?
Was passiert, wenn ich in Wien ohne Ticket erwischt werde?
Ähnliche Reiseführer
- Vom Vienna Airport ins Stadtzentrum: Der ultimative Guide von Locals
- Vienna Metro & U-Bahn Guide: Unterwegs wie ein Local
- Wien Nachtverkehr Guide: Unterwegs nach Einbruch der Dunkelheit
- Unterwegs mit Wiens Öffis: Der ultimative Insider-Guide
- Der ultimative Insider-Guide für Taxis und Ridesharing in Vienna
- Wien Verkehrstickets & City Pässe: Der ultimative Guide
- Die perfekten 24 Stunden in Vienna: Ein Insider-Reiseplan für 1 Tag
- Der ultimative 3-Tage-Reiseplan für Vienna: Kaiserliche Pracht bis hin zu versteckten Heurigen
Budapest Reisebudget-Rechner
Erhalte in Sekundenschnelle eine realistische Kostenschätzung für deine Budapest-Reise.
AusprobierenTags
Orte in Vienna
Passende Sehenswürdigkeiten, Hotels und mehr.