
Spielzeit der Wiener Staatsoper
Kulturveranstaltung
Über diese Veranstaltung
Nur wenige Erlebnisse in Europa hinterlassen einen so bleibenden Eindruck wie ein Abend in der Wiener Staatsoper. Direkt an der Ringstraße gelegen, ist die Wiener Staatsoper nicht nur ein Gebäude, sondern das musikalische Herz der Stadt. Von September bis Juni bietet das Haus einen der weltweit dichtesten Spielpläne: Über 300 Aufführungen von 60 verschiedenen Opern und Balletten drängen sich in eine einzige Saison. Dank des Repertoiresystems wechselt das Programm täglich – auf eine Verdi-Tragödie folgt am nächsten Abend eine Komödie von Mozart. Das künstlerische Niveau ist gewaltig: Sie erleben das Wiener Staatsballett und ein Orchester, das sich aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker zusammensetzt. Die Akustik ist brillant, jede Note ist klar zu hören. Das Beste daran: Es ist erstaunlich zugänglich. Die berühmten Stehplätze kosten zwischen 13 und 18 Euro – weniger als ein Cocktail in manchen umliegenden Bars. Diese Plätze ziehen ein treues Stammpublikum an, das die Oper mit fast sportlicher Leidenschaft verfolgt. Im Inneren fühlt sich das Neorenaissances-Dekor wie eine Zeitreise in die Blütezeit der Habsburger an. Es erwarten Sie Fresken, eine prunkvolle Feststiege und eine Atmosphäre, die nach eleganter Garderobe verlangt. Trotz moderner Untertitel-Displays an jedem Platz bleibt das Flair der alten Welt erhalten. Es ist gelebte Wiener Tradition – lassen Sie sich das nicht entgehen.
Geschichte
Das Haus öffnete seine Pforten am 25. Mai 1869 mit Mozarts Don Giovanni in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Die Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll errichteten es im prachtvollen Neorenaissances-Stil als erstes großes Projekt an der Ringstraße. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde es 1920 zur Wiener Staatsoper. Legenden wie Gustav Mahler und Richard Strauss leiteten später das Haus. Doch das Gebäude wäre beinahe verloren gegangen: Alliierte Bomben zerstörten am 12. März 1945 Bühne und Zuschauerraum fast vollständig. Nur die Fassade, die Feststiege und das Schwind-Foyer blieben verschont. Der Wiederaufbau dauerte zehn Jahre. Als die Oper am 5. November 1955 mit Beethovens Fidelio wiedereröffnet wurde, war dies ein Signal an die Welt, dass Österreich kulturell zurück war.
Das Programm

Die Vielfalt ist überwältigend. Während viele große Häuser eine Produktion wochenlang spielen, tauscht Wien fast alle 24 Stunden das gesamte Bühnenbild und Ensemble aus. Von September bis Juni zeigt das Haus rund 60 Opern und 10 Ballette. Bei einem Wochenendbesuch können Sie problemlos drei verschiedene Meisterwerke sehen. Der Fokus liegt auf österreichisch-deutschen Schwergewichten wie Mozart, Strauss und Wagner, aber auch Verdi und Puccini sind stark vertreten. Die Sänger sind oft internationale Weltstars, die gemeinsam mit einem erstklassigen festen Ensemble auftreten. Zudem ist das Haus die Heimat des Wiener Staatsballetts, das Klassiker wie Der Nussknacker mit moderner Choreografie mischt. Das Fundament bildet das Staatsopernorchester, dessen Mitglieder als einzige berechtigt sind, in die legendären Wiener Philharmoniker aufgenommen zu werden.
Highlights & Sehenswertes

Die Vorstellung ist nur die halbe Miete. Das Gebäude selbst ist ein architektonisches Juwel. Bevor das Licht ausgeht, sollten Sie die Feststiege bewundern: Die Statuen repräsentieren die sieben freien Künste und sind Originale. Im Schwind-Foyer können Sie Fresken zu berühmten Opern sehen. Auch der Teesalon, ein kaiserliches Relikt, ist einen Blick wert. Für das authentischste Erlebnis wählen Sie die Stehplätze. Diese Bereiche im Parterre und in den oberen Rängen haben die beste Akustik im Haus. Sie werden sehen, wie Einheimische Schals an die Messinggeländer binden, um ihren Platz zu markieren – ein klassischer Wiener Insider-Move. Einmal im Jahr verwandelt sich das Haus komplett für den Opernball. Dann werden die Sitze entfernt, um eine riesige Tanzfläche zu schaffen. Tickets für den Ball sind fast unmöglich zu bekommen, aber bei Vorstellungen in den Tagen danach kann man oft noch die opulente Blumendekoration bewundern.
Anreise
Öffentlicher Nahverkehr
Nehmen Sie die U-Bahn-Linie U1 oder U4 bis zur Station Karlsplatz, die Sie direkt vor die Oper bringt. Folgen Sie unterirdisch den Schildern zum Ausgang 'Oper'. Alternativ erreichen Sie das Haus mit den Straßenbahnen 1, 2, D, 62 oder 71 (Haltestelle Oper/Karlsplatz) sowie mit der Buslinie 59A. Beachten Sie, dass die Linie U2 derzeit ausgebaut wird, die Anbindung am Karlsplatz aber wieder in Betrieb ist.
Mit dem Auto
Parkplätze im 1. Bezirk sind sehr begrenzt und unterliegen strengen Kurzparkzonen. Die bequemste Option ist die Kärntnerstraße Tiefgarage (Operngarage) am Herbert-von-Karajan-Platz mit direktem Zugang zum Haus. Von 18:00 bis Mitternacht gibt es eine Abendpauschale von €10, die exklusiv über die Bmove-App buchbar ist. Eine weitere Option ist die Kärntnerringgarage in der Mahlerstraße mit speziellen Tarifen für bis zu 10 Stunden.
Taxi / Fahrdienst
Taxis können Sie direkt am Herbert-von-Karajan-Platz seitlich der Oper oder in der Operngasse absetzen. Eine Fahrt aus angrenzenden Bezirken wie Neubau oder Margareten kostet meist zwischen €6 und €12. Apps wie FreeNow und Uber sind in Wien weit verbreitet.
Tipps
- •Nutzen Sie die weitläufige Opernpassage, um die mehrspurige Ringstraße sicher zu unterqueren.
- •Wenn Sie nach einer späten Vorstellung die U-Bahn nehmen: Am Wochenende verkehren die Züge nachts im 15-Minuten-Takt.
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort
Wiener Staatsoper
Adresse
Opernring 2, 1010 Wien
Tipps & Wissenswertes
Wählen Sie die passende Kleidung. Ein Smoking ist nicht nötig, aber verzichten Sie auf Shorts und Flip-Flops. Kleiden Sie sich schick, um sich in diesem Kulturtempel nicht wie ein Tourist zu fühlen.
Sichern Sie sich Stehplatzkarten online am Tag der Vorstellung ab 10
00 Uhr. Die Plätze im Parterre bieten die beste Sicht. Bringen Sie einen Schal mit, um ihn am Geländer festzubinden – so reservieren Sie Ihren Platz, während Sie sich in der Pause ein Getränk holen.
Nutzen Sie die Displays. Jeder Sitzplatz verfügt über einen kleinen Monitor mit Live-Untertiteln in Englisch und Deutsch, damit Sie der Handlung mühelos folgen können.
Nutzen Sie die U27-Angebote. Wenn Sie unter 27 Jahre alt sind, können Sie für bestimmte Vorstellungen 20-Euro-Tickets ergattern oder 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn Restkarten mit hohem Rabatt kaufen.
Bestellen Sie Ihre Pausensnacks vor. Die Schlangen an der Bar können lang sein. Bestellen Sie Ihre Sachertorte und den Wein schon vor Beginn der Vorstellung, damit alles an einem nummerierten Tisch für Sie bereitsteht.








