
Ringstraße
Sehenswürdigkeit
Über das Erlebnis
Stellen Sie sich die Ringstraße als die 5,3 Kilometer lange Ehrenrunde von Vienna vor. Dieser kreisförmige Boulevard folgt den Spuren der mittelalterlichen Stadtmauer, deren Schleifung Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1857 berühmt-berüchtigt befahl. Ein Spaziergang hier gleicht dem Blättern in einem Architektur-Katalog der österreichisch-ungarischen Monarchie des 19. Jahrhunderts. Sie erleben den „Ringstraßenstil“ in seiner vollen Pracht, bei dem jedes Gebäude einen historischen Stil entlehnt, um seine Funktion zu unterstreichen. Das Parlament sieht aus wie ein griechischer Tempel, weil dort die Demokratie ihren Ursprung hat. Das Rathaus setzt auf flämische Gotik, um an die Macht mittelalterlicher Handelszentren zu erinnern. Doch es ging nicht nur um den Staat. Wohlhabende Bankiersdynastien wie die Ephrussis und Epsteins ließen hier private Palais errichten, um ihren Status zu demonstrieren. Heute ist der Ring ein lebendiger Teil der Stadt. Über zweitausend Linden und Ahornbäume bilden ein grünes Dach über den Gehwegen, während prachtvolle Parks wie der Volksgarten oder der Stadtpark direkt an den Asphalt grenzen. Wer die Ausdauer hat, schafft die Runde zu Fuß in drei Stunden – oder Sie setzen sich einfach in die rot-weißen Straßenbahnen, um die imperiale Größe ohne Blasen an den Füßen zu genießen.
Fotos











Geschichte & Bedeutung

Am 20. Dezember 1857 unterzeichnete Kaiser Franz Joseph I. das Dekret, das mit den Worten „Es ist Mein Wille“ begann und damit das mittelalterliche Zeitalter von Vienna faktisch beendete. Er ordnete den Abriss der Mauern aus dem 13. Jahrhundert und des breiten, leeren Glacis an, um Platz für ein modernes Prunkstück habsburgischer Macht zu schaffen. Die Bauarbeiten begannen im März 1858. Am 1. Mai 1865 eröffnete der Kaiser den Boulevard offiziell, obwohl die Gerüste noch Jahrzehnte lang stehen blieben. Größen der Epoche wie Theophil von Hansen und Gottfried Semper verbrachten Jahre damit, die Museen und Theater zu entwerfen, die heute die Skyline prägen. Das letzte Puzzleteil, das Kriegsministerium, wurde erst 1913 fertiggestellt. Heute gehört der Ring zum UNESCO-Welterbe und steht als permanentes Denkmal für die Ära kurz vor dem Zusammenbruch des Kaiserreichs.
Die Architektur

Die Ringstraße ist ein Lehrstück des Historismus. Anstatt sich auf einen Look festzulegen, pickten sich die Architekten des 19. Jahrhunderts Stile aus der Geschichte heraus, die zur Aura des Gebäudes passten. Nehmen Sie das österreichische Parlament: Theophil von Hansen wählte den griechischen Klassizismus, da dies der ursprüngliche Look der Demokratie ist. Ein paar Blöcke weiter entschied sich Friedrich von Schmidt beim Rathaus für flämische Neugotik, um den unabhängigen Geist mittelalterlicher Kaufleute zu beschwören. Die Staatsoper und die Universität bleiben mit Neorenaissance-Fassaden elegant. Doch die staatlichen Prachtbauten sind nur die halbe Geschichte. Die „Ringstraßenpalais“ wie das Palais Epstein und das Palais Ephrussi waren private Villen, erbaut vom Neureichtum der Stadt. Diese Industriellen- und Bankiersfamilien wollten inmitten der Kaiser residieren und engagierten dieselben Stararchitekten, um Wohnhäuser zu bauen, die ebenso imposant waren wie die Regierungsgebäude nebenan.
Die Umgebung

Der Ring dient als robuste Grenze des 1. Bezirks. Fast jede größere Straße im Zentrum mündet in diesen Rundweg, was ihn zum perfekten Orientierungspunkt macht. In einem Moment befindet man sich in einer engen, kopfsteingepflasterten Gasse aus dem Mittelalter, im nächsten steht man auf einem gewaltigen, 57 Meter breiten Boulevard. Er ist zudem bemerkenswert grün. Der Volksgarten liegt direkt gegenüber dem Burgtheater und verbirgt eine riesige Rosensammlung sowie den Theseustempel. Wenn Sie eine Pause brauchen, bietet der Burggarten eine ruhige Liegewiese hinter der Hofburg, oder Sie gesellen sich zu den Selfie-Jägern am goldenen Johann-Strauß-Denkmal im Stadtpark. Für eine echte Wiener Pause empfiehlt sich das Café Landtmann. Es ist seit 1873 eine Institution an der Ringstraße. Bestellen Sie eine Melange, schnappen Sie sich eine Zeitung und beobachten Sie vom Fensterplatz aus die vorbeiratternden Straßenbahnen.
Leitfaden für Fotografie

Sparen Sie sich hier das Porträtobjektiv. Sie brauchen ein Weitwinkel, um überhaupt eine Chance zu haben, das Parlament oder das Kunsthistorische Museum in einem einzigen Bild festzuhalten. Das Timing ist entscheidend. Kommen Sie zur goldenen Stunde, wenn die untergehende Sonne auf den hellen Stein trifft und die ganze Straße honigfarben leuchten lässt. Für eine klassische Aufnahme positionieren Sie sich nahe der Kurve am Opernring. Sie können den Auslöser so abpassen, dass eine rot-weiße Straßenbahn unscharf an einem Monument vorbeizieht. Das verleiht der statischen imperialen Geschichte Dynamik. Wenn Sie eine klarere Komposition wünschen, nutzen Sie die Bäume im Rathauspark als Rahmen für die Türme des Rathauses. Auch die Symmetrie der Brunnen am Maria-Theresien-Platz bietet tolle Motive. Warten Sie einfach, bis die Touristenmassen in der Dämmerung weniger werden und die Abendbeleuchtung angeht – dann sieht der Ring am cineastischsten aus.
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day tripWichtige Tipps für Besucher
Gehen Sie nicht die ganze Runde zu Fuß. Konzentrieren Sie sich beim Spaziergang auf das Stück zwischen der Staatsoper und der Votivkirche, wo die Dichte an Monumenten am höchsten ist.
Die Ring Tram ist eine Touristenfalle. Ignorieren Sie den teuren gelben Wagen und nutzen Sie ein normales Ticket für die Linien 1 und 2, um dieselbe Aussicht für einen Bruchteil des Preises zu genießen.
Kommen Sie in der Abenddämmerung. Das Licht der goldenen Stunde auf dem Stein ist großartig, aber die Beleuchtung der Gebäude nach Einbruch der Dunkelheit ist die wahre Show.
Halten Sie inne und schnuppern Sie an den Rosen. Im Volksgarten blühen im Sommer hunderte Sorten – der perfekte Ort, um die Beine auszuruhen.
Achten Sie auf kostenlose Führungen. Das Rathaus und das Parlament bieten an bestimmten Tagen geführte Rundgänge an. Prüfen Sie vorher die Websites, um ein paar Euro zu sparen.
Beste Reisezeit
"Der späte Nachmittag ist ideal. Das goldene Licht trifft auf die Steinfassaden, gefolgt vom Abend, wenn die Monumente wie eine Filmkulisse beleuchtet werden."
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Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich die gesamte Ringstraße schnell besichtigen?
Wo sind die besten Fotospots an der Ringstraße?
Warum wurde die Ringstraße gebaut?
Gibt es an der Ringstraße Möglichkeiten zum Essen?
Welche berühmten Wahrzeichen befinden sich an der Ringstraße?
Welche Jahreszeit ist am besten für einen Spaziergang am Ring?
Kann man die Gebäude an der Ringstraße auch von innen besichtigen?
Ist die Ringstraße sicher für einen nächtlichen Spaziergang?
Wie sind die Öffnungszeiten von Ringstraße?
Wie viel kostet der Eintritt bei Ringstraße?
Wie viel Zeit sollte ich für Ringstraße einplanen?
Ist Ringstraße barrierefrei zugänglich?
Auf einen Blick

Das Viertel
1. Bezirk: Innere Stadt
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