
Budapester Weinfest
Food And Drink
Über diese Veranstaltung
Hoch oben auf den Terrassen des Royal Palace über der Danube gelegen, ist das Budapest Borfesztivál das absolute Highlight der ungarischen Food-Szene. Jedes Jahr im September verwandelt sich die Buda Castle für vier Tage in einen riesigen Open-Air-Verkostungsraum. Es ist der beste Ort, um den Weinbau des Landes auf einen Schlag kennenzulernen. Hier finden Sie alles – von den vulkanischen Weißweinen aus Tokaj über die kräftigen Rotweine aus Villány bis hin zu spritzigen Balaton-Rosés. Es ist nicht nur eine Fachmesse, sondern die große Abschiedsparty der Stadt zum Ende des Sommers.
Die Atmosphäre ist gehoben, bleibt aber bodenständig. Wenn Sie von der Savoy Terrace zum Hunyadi Courtyard schlendern, genießen Sie einen 180-Grad-Blick über die Danube, während das Parliament am gegenüberliegenden Ufer golden erleuchtet ist. Schnappen Sie sich ein Glas und lassen Sie sich treiben. Die Stände sind nach Regionen gruppiert, sodass Sie direkt mit den Winzern fachsimpeln können. Die meisten großen Keller Ungarns präsentieren hier ihre neuen Jahrgänge. Und obwohl der Wein im Mittelpunkt steht, fungiert das Event auch als Gourmet-Food-Festival, das auch die Einheimischen aus Budapest anlockt – mit Baumstriezeln und handgemachtem Käse neben modernen Bistro-Gerichten.
Erwarten Sie keinen ruhigen Schluck. Auf zwei Bühnen dröhnt nachmittags ein Mix aus Jazz und Folk, bevor abends Weltmusik übernimmt. Halten Sie auch Ausschau nach der Harvest Procession. Es ist eine laute, farbenfrohe Parade von Volkstänzern in traditioneller Tracht durch den Castle District. Egal, ob Sie Profi sind oder einfach nur eine Schorle zum Sonnenuntergang genießen wollen – hier zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite.
Geschichte
Das 1992 ins Leben gerufene Festival begann klein auf dem Vörösmarty Square. Das Ziel war simpel: den Ruf des ungarischen Weins nach dem Fall des Kommunismus wiederherzustellen. Damals standen die Familienweingüter gerade erst wieder auf eigenen Beinen. Mit der Modernisierung der Branche wurde die Veranstaltung zu groß für die Plätze in der Innenstadt und zog in den Buda Castle Komplex um, um die Menschenmassen bewältigen zu können.
In über dreißig Jahren hat es sich von einem lokalen Jahrmarkt zu einem globalen Event entwickelt. Mittlerweile gibt es meist ein Gastland, das Weine aus Südamerika oder der Neuen Welt mitbringt, um für Abwechslung zu sorgen. Hier wurde auch die „Wein-Universität“ ins Leben gerufen, um den Einheimischen zu zeigen, wie man Qualität wirklich erschmeckt. Heute ist es das am längsten bestehende Weinevent des Landes, das zehntausende Besucher und über 200 verschiedene Weingüter anzieht.
Essen & Trinken

Die Weinkarte ist riesig. Konzentrieren Sie sich auf die einheimischen Sorten, die Sie zu Hause nicht finden. Probieren Sie einen trockenen Furmint aus Tokaj, einen würzigen Kadarka aus Szekszárd oder einen kräftigen Bikavér (Stierblut) aus Eger. Auch ungarischer Schaumwein ist gerade sehr angesagt, halten Sie also Ausschau nach Flaschen aus traditioneller Herstellung aus Somló. Die meisten Stände schenken kleine 0,5-dl-Proben aus. So können Sie sich durch die Karte probieren, ohne umzukippen.
Sie brauchen eine Grundlage für den Alkohol. Dies ist im Grunde ein eigenständiges Budapest Street Food Festival. Lassen Sie die einfachen Snacks links liegen und entscheiden Sie sich für gebratene Gänseleber, Trüffelkäse oder Mangalica-Schweinswürste. Suchen Sie nach „töki pompos“ (Fladenbrot mit Sauerrahm und Speck) oder frischen Baumstriezeln. Mehrere erstklassige Restaurants der Stadt betreiben hier Pop-up-Küchen. Sie servieren Gerichte, die speziell auf die angebotenen Weine abgestimmt sind. Wenn Sie unschlüssig sind, fragen Sie einfach. Die Leute hinter den Theken sind meist die Winzer selbst und geben gerne Empfehlungen.
Die Produzenten & Händler
Dies ist der einzige Ort, an dem sich die gesamte ungarische Weinwelt versammelt. Das Layout folgt der Landkarte. In fünf Minuten können Sie von den Ufern des Balaton bis in die südlichen Ebenen von Villány spazieren. An den großen, glanzvollen Ständen finden Sie Giganten wie Bock und Szepsy. Deren Premium-Aszú-Dessertweine sind den Aufpreis wert.
Aber ignorieren Sie die kleinen Betriebe nicht. Suchen Sie in den Seitenhöfen nach Boutique-Familienständen aus Mór oder Mátra. Oft schenken sie Bio- oder biodynamische Weine aus, die es nicht im Laden zu kaufen gibt. Jedes Jahr bringt ein Gastland-Bereich internationalen Flair in den Mix. Die Händler verfügen über Kartengeräte und Gläserspülstationen. Sie können Flaschen für zu Hause kaufen, aber Glasflaschen durch die Menge auf dem Hügel zu tragen, ist mühsam. Nehmen Sie lieber eine Visitenkarte mit und bestellen Sie später.
Pairing-Events & Verkostungen

Wenn Sie über das bloße Trinken hinausgehen wollen, besuchen Sie das VinAgora-Zelt. Dies ist das Herzstück der „Wein-Universität“. Hier finden Masterclasses statt, in denen erklärt wird, wie der Boden den Geschmack beeinflusst oder warum sich Rotweine aus Eger von französischen unterscheiden. Eventuell müssen Sie etwas extra bezahlen oder sich frühzeitig anmelden, aber die Profis dort verstehen ihr Handwerk.
Besuchen Sie den Stand der VinAgora Selection für eine Abkürzung zu den Spitzenweinen. Dort werden nur Gold- und Silbermedaillengewinner großer internationaler Wettbewerbe ausgeschenkt. Es ist wie ein Spickzettel für das Festival. Fangen Sie hier an, um zu schmecken, wie ein Champion-Wein mundet, bevor Sie auf Erkundungstour gehen.
Achten Sie an den Essensständen auf „Perfect Match“-Schilder. Sie verraten Ihnen, welcher Rosé zu Ihrem Ziegenkäse passt oder welcher schwere Rote am besten zum Hirschgulasch harmoniert. Am Sonntag ändert sich die Stimmung. Oft gibt es einen formellen Gala-Brunch, für den eine Reservierung erforderlich ist. Es ist eine viel ruhigere Art, das Wochenende im Sitzen ausklingen zu lassen, wenn Sie genug von den Menschenmassen haben.
Anreise
Öffentlicher Nahverkehr
Nehmen Sie den Bus 16 vom Deák Ferenc tér (Pester Seite) oder vom Széll Kálmán tér (Budaer Seite) direkt zur Haltestelle „Dísz tér“. Alternativ können Sie die Castle Hill Funicular (Sikló) vom Clark Ádám tér nehmen.
Mit dem Auto
Das Fahren im Castle District ist stark eingeschränkt. Nutzen Sie die Tiefgarage „Várkert Bazár“ am Flussufer und fahren Sie mit dem Aufzug oder der Rolltreppe nach oben.
Taxi / Fahrdienst
Taxis können Sie an den Schranken in der Nähe des Dísz tér oder an den Aufzügen der Palota út absetzen. Ca. 10-15 € aus dem Stadtzentrum. Nutzen Sie die Bolt-App.
Tipps
- •Die Funicular hat während des Festivals oft lange Warteschlangen; der Bus ist meist schneller.
- •Der Fußweg über die Zickzack-Pfade vom Várkert Bazár ist eine schöne, kostenlose Alternative, wenn Sie fit sind.
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort
Buda Castle (Budavári Palota)
Adresse
1014 Budapest, Szent György tér 2.
Tipps & Wissenswertes
Bargeldlos bezahlen
Das Festival ist streng bargeldlos. Nutzen Sie Ihre kontaktlose Bankkarte oder laden Sie vor Ort eine Hellopay-Karte auf. Mit Bargeld bekommen Sie hier keinen Tropfen.
Passen Sie auf Ihr Glas auf
Sie müssen das offizielle Kristallglas kaufen, um bedient zu werden. Es wird mit einem Umhängebeutel geliefert. Wenn es herunterfällt, müssen Sie am Info-Stand für ein neues bezahlen.
Flache Schuhe tragen
Der Castle District besteht nur aus unebenem Kopfsteinpflaster. High Heels sind hier eine Katastrophe. Halten Sie sich an festes Schuhwerk.
Sonnenuntergangs-Strategie
Seien Sie um 17:00 Uhr auf der Savoyai Terrace. Mit einem Glas Tokaji in der Hand zu beobachten, wie die Sonne über dem Fluss untergeht, ist das ultimative Erlebnis.
Ausreichend trinken
Es gibt kostenlose Wasserstellen in der Nähe der Bühnen, die man jedoch leicht übersieht. Bringen Sie eine wiederverwendbare Flasche mit und füllen Sie diese regelmäßig auf.








