
Rudolfsheim-Fünfhaus
15. Bezirk
About the District
Vergessen Sie für einen Moment die postkartentaugliche Innere Stadt. Rudolfsheim-Fünfhaus, der 15. Wiener Gemeindebezirk, ist der Ort, an dem die Stadt wirklich atmet. Einst als raue Arbeitergegend abgetan, hat er sich zu einem kreativen Magneten entwickelt, der sich eher nach Berlin als nach dem Habsburgerreich anfühlt. Er ist ein echter Schmelztiegel: Fast die Hälfte der Bewohner hat Wurzeln in der Türkei oder auf dem Balkan, was eine Energie erzeugt, die man in der Nähe der Oper vergeblich sucht. Hier finden Sie Gasthäuser aus dem 19. Jahrhundert direkt neben minimalistischen Designstudios und bröckelnde Backsteinfabriken, die in Kunstlofts umgewandelt wurden. Es ist der perfekte Ausgangspunkt, wenn Sie ein paar Euro sparen wollen, ohne auf Charakter zu verzichten. Feilschen Sie auf dem überdachten Meiselmarkt um Gewürze, gönnen Sie sich ein Craft-Beer in einem schattigen Schanigarten oder genießen Sie den Sonnenuntergang im Dachgarten am Vienna Westbahnhof. Es ist laut, unordentlich und absolut authentisch.
15. Bezirk in Vienna
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Fotogalerie
Überblick & Charakter
Früher nannten die Einheimischen den 15. Bezirk Wiens schmutziges kleines Geheimnis – der raue Nachbar, über den man bei schicken Abendessen lieber schwieg. Doch die Zeiten ändern sich. Heute ist der 15. Wiener Bezirk das interessanteste Experiment der Stadt in Sachen Gentrifizierung. Die Mieten sind niedrig genug, um Studenten und Künstler anzuziehen, dennoch weigert sich das Viertel, seinen Arbeitercharme abzulegen. Die Reindorfgasse ist das unbestrittene Zentrum dieses Wandels. Bei einem Spaziergang finden Sie Indie-Boutiquen und Pop-up-Galerien in Ladenlokalen, die früher Schlossereien oder Wettbüros waren. Es ist ein Aufeinandertreffen der Welten: Ein Wiener Urgestein trinkt sein Bier im Eckbeisl, während nebenan die vegane Brunch-Crowd Schlange steht. Genau das macht den Reiz aus – es fühlt sich wie ein lebendiges Viertel an, nicht wie ein Museumsstück. Wer das echte, multikulturelle Gesicht des modernen Wiens sehen will, beginnt seinen Rundgang hier.
Top-Attraktionen & Sehenswürdigkeiten
Erwarten Sie hier keine Marmorstatuen. Der 15. tauscht kaiserliche Pracht gegen das Unkonventionelle. Starten Sie im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) beim Mariahilfer Gürtel. Es klingt intensiv, und das ist es auch. Dr. Christian Fiala gründete es 2003, um die bewegte Geschichte der reproduktiven Rechte zu dokumentieren. Für ca. 8 € ist es ein wichtiger, wenn auch ernüchternder Stopp. Etwas leichter geht es im autofreien IKEA am Vienna Westbahnhof zu. Das ist nicht nur ein Möbelhaus: Das Gebäude ist von 160 lebenden Bäumen umgeben und wird von der riesigen öffentlichen Terrasse „Toppen“ gekrönt. Der Zugang ist kostenlos und bietet einen Panoramablick über die Skyline der Stadt. Für eine Dosis Lokalkultur schauen Sie im Brick-15 in der Herklotzgasse vorbei. In der ehemaligen Turnhalle und Fabrik finden heute Theater und Konzerte in einem rohen, industriellen Ambiente statt. Und falls Sie doch Sehnsucht nach den Klassikern haben: Schloss Schönbrunn liegt nur einen Katzensprung über die Bezirksgrenze entfernt.
Essen & Trinken

Essen ist hier eine globale Angelegenheit. Beginnen Sie im Das Augustin in der Märzstraße – gemütlich, gedämpftes Licht und ein Frühstück für ca. 12 €, das bis zum Abend vorhält. Wenn Sie Lust auf einen ordentlichen Burger und eine große Auswahl an lokalem Craft-Beer haben, ist Hawidere in der Ullmannstraße die richtige Adresse (Hauptgerichte ca. 15,70 €, riesige Portionen). Den besten Deal der Stadt gibt es bei der Pizzeria Mafiosi in der Reindorfgasse. In dieser legendären, schnörkellosen Institution kosten riesige Pizzen ab 3,20 €. Nur Barzahlung, keine Kartenzahlung, kein Schnickschnack. Ein Highlight am Wochenende ist die Turnhalle: In der alten Turnhalle gibt es einen vegetarischen Brunch für ca. 18 €, der jeden Cent wert ist. Wer es traditionell mag, sucht sich einen Platz im Schutzhaus Zukunft. Es liegt versteckt in der Kleingartensiedlung Schmelz und serviert ein solides Schweinsgulasch für 6,80 € im Schatten riesiger Bäume.
Unterkunft
Der 15. Bezirk ist eine Goldgrube für preisbewusste Reisende. Wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist, buchen Sie ein Zimmer im Boutiquehotel Stadthalle in der Hackengasse 20. Es ist ein Null-Energie-Hotel, das Solarenergie nutzt und Regenwasser für den Garten im Innenhof sammelt. Jedes Zimmer hat einen individuellen Upcycling-Vibe. Sozialer geht es im JO&JOE Vienna zu, das sich in den oberen Etagen des grünen IKEA-Gebäudes am Vienna Westbahnhof befindet. Ein Bett im Schlafsaal gibt es für ca. 20 €, ein Privatzimmer für ca. 60 €, inklusive direktem Zugang zur riesigen Dachterrasse. Es ist ein Hybrid-Hostel mit Club-Feeling. Für ein höheres Budget oder zum Einlösen von Marriott-Punkten bietet das Renaissance Wien Hotel an der Linken Wienzeile eine elegante Alternative. Es ist schick und praktisch gelegen, allerdings verpasst man dort etwas von dem rauen, authentischen Charme des Viertels.
Unterwegs vor Ort
Die Fortbewegung ist kinderleicht. Der Knotenpunkt Vienna Westbahnhof ist der Anker des Bezirks. Mit der U-Bahn-Linie U3 sind Sie in weniger als 10 Minuten am Stephansplatz. Die U6 fährt entlang des Gürtels und verbindet den Norden mit dem Süden der Stadt. Wer lieber oberirdisch reist, nutzt das dichte Straßenbahnnetz. Die Linien 5, 6, 9, 18, 52 und 60 durchkreuzen den Bezirk und bieten eine günstige Tour vorbei an lokaler Architektur. Laden Sie die WienMobil-App für Tickets und Echtzeit-Fahrpläne herunter. Aber ehrlich gesagt: Am besten erkundet man den 15. zu Fuß. Der Spaziergang von den Geschäften der Mariahilfer Straße hinunter in die Indie-Gassen der Reindorfgasse offenbart die schönsten Details. Auch Radfahren lohnt sich: Dank ausgebauter Wege kommt man schnell und sicher ins Stadtzentrum.
Shopping & Märkte
Verzichten Sie auf gesichtslose Einkaufszentren und besuchen Sie die Märkte. Der Meiselmarkt ist ein Muss: Er befindet sich in einem alten unterirdischen Wasserspeicher, was allein schon einen Besuch wert ist. Hier finden Sie frische Lebensmittel und Balkan-Spezialitäten zu Preisen, die jeden Supermarkt schlagen. Der Schwendermarkt ist kleiner, bietet aber eine tolle Kiez-Atmosphäre. Für echtes Shopping ist die Reindorfgasse der richtige Ort. Hier reihen sich Spezialgeschäfte wie METAWARE (ein Traum für Popkultur-Nerds) an Vintage-Läden und kleine Designstudios abseits des Mainstreams. Das komplette Gegenteil zum High-Street-Erlebnis. Falls Sie doch große Marken benötigen, finden Sie diese am äußeren Ende der Mariahilfer Straße und in den Shops im Vienna Westbahnhof.
Sicherheit & Praktische Tipps
Lassen Sie sich nicht von Graffiti oder den Neonlichtern am Gürtel verunsichern – der 15. ist sicher. Wie in jeder Großstadt sollten Sie am Vienna Westbahnhof auf Handy und Geldbeutel achten, aber gefährlich ist es hier nicht. Der wichtigste Tipp: Haben Sie immer Bargeld dabei. Viele der besten Lokale wie die Pizzeria Mafiosi oder klassische Gasthäuser akzeptieren keine Kreditkarten. Wenn Sie am Wochenende im Das Augustin oder Hawidere essen möchten, sollten Sie unbedingt reservieren. Für einen günstigen Snack zwischendurch probieren Sie frisches Burek in einer der Balkan-Bäckereien in der Märzstraße. Und denken Sie daran: Die IKEA-Dachterrasse ist für jeden kostenlos zugänglich – der perfekte Ort, um den Tag mit einem Bier ausklingen zu lassen, während die Sonne hinter den Hügeln verschwindet. Sie ist das moderne Wohnzimmer des Viertels.
Top-Attraktionen
Übernachtungsmöglichkeiten
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