Wiener Zentralfriedhof

Wiener Zentralfriedhof

Sehenswürdigkeit

10. Bezirk – FavoritenKostenlos

Über das Erlebnis

Die Wiener ertragen den Tod nicht nur, sie zelebrieren ihn. Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Leidenschaft der Stadt für die „schöne Leich“ auf 2,5 Quadratkilometern zwischen gepflegten Kieswegen und verwuchertem Efeu unübersehbar. Er ist flächenmäßig der zweitgrößte Friedhof Europas und Ruhestätte für über drei Millionen Menschen. Doch erwarten Sie keine düstere Atmosphäre. Dies ist ein gewaltiger, stiller Park, in dem Einheimische joggen, Rehe grasen und Touristen nach den Gräbern musikalischer Giganten suchen. Gehen Sie direkt zur Gruppe 32A, um die ganz Großen zu finden: Hier liegen die Monumente von Beethoven, Schubert, Brahms und der Familie Strauss dicht beieinander. Ganz in der Nähe zieht das moderne Glasgrab von Popstar Falco ein jüngeres Publikum an. Das Flair wechselt mit jedem Schritt – eben noch unter der gewaltigen Jugendstilkuppel der Hauptkirche, finden Sie sich kurz darauf im Alten Jüdischen Friedhof wieder, wo die Natur langsam die schiefen Steine zurückerobert. Ein atmosphärischer Ort, der sich eher wie ein lebendiger Wald als wie eine Totenstadt anfühlt.

Fotos

Wiener Zentralfriedhof — Foto 2
Wiener Zentralfriedhof — Foto 3
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Wiener Zentralfriedhof — Foto 5
Wiener Zentralfriedhof — Foto 6
Wiener Zentralfriedhof — Foto 7
Wiener Zentralfriedhof — Foto 8
Wiener Zentralfriedhof — Foto 9
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Geschichte & Bedeutung

Wiener Zentralfriedhof — historische Ansicht

Wien wuchs zu schnell für seine alten Kirchhöfe. 1863 ordnete der Gemeinderat ein riesiges neues Areal am Stadtrand an, um die Verstorbenen aufzunehmen. Die Architekten Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli gewannen den Designwettbewerb mit der Vision eines Ortes für alle Glaubensrichtungen. Am 31. Oktober 1874 im Morgengrauen wurde er eröffnet; Jakob Zelzer war der erste Bewohner, der am Folgetag beigesetzt wurde. Anfangs war das Gelände den meisten Wienern zu weit draußen. Um dieses Imageproblem zu lösen, begann die Stadt in den 1880er Jahren damit, Berühmtheiten wie Beethoven umzubetten und „Ehrengräber“ zu schaffen. Max Hegele setzte dem Ganzen zwischen 1908 und 1911 mit der Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus die Krone auf. Der Friedhof überstand die Bomben des Zweiten Weltkriegs, wurde siebenmal erweitert und bleibt bis heute die ultimative letzte Adresse der Stadt.

Die Architektur

Wiener Zentralfriedhof — Die Architektur

Ihr Startpunkt ist Tor 2 (Gate 2). Max Hegele entwarf dieses Portal im Jahr 1905 – ein Meisterwerk des Jugendstils. Die Pylonen und ausladenden Verwaltungsgebäude wirken eher wie ein Palast als wie ein Friedhofseingang. Folgen Sie der Hauptachse zur Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus. Früher als Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche bekannt, thront sie mit ihrer Kupferkuppel über dem Areal und zitiert die barocke Skyline der Stadt, bleibt aber den floralen und geometrischen Wurzeln des Jugendstils treu. Betrachten Sie die weiße Fassade und die Zwillingsuhrtürme aus der Nähe – sie sind atemberaubend. Verpassen Sie nicht die Alten Arkaden nahe dem Eingang; sie beherbergen Krypten mit weinenden Steinengeln und Schmiedeeisenarbeiten, die museumswürdig sind. Gegenüber liegt das 1922 von Clemens Holzmeister entworfene Krematorium, das wie eine gezackte, orientalische Festung wirkt und einen scharfen Kontrast zu den sanften Kurven der Hauptkirche bildet.

Die Umgebung

Wiener Zentralfriedhof — Die Umgebung

Sie befinden sich im 11. Bezirk, in Simmering, das nicht unbedingt als Touristenmagnet gilt. Doch der Friedhof ist ein eigenes Ökosystem. Beginnen Sie im Bestattungsmuseum bei Gate 2, das seit 2014 hier untergebracht ist und die lokale Liebe zum prunkvollen Abgang erklärt. Hier sehen Sie Klappsärge und historische Leichenwagen. Der Friedhof fungiert zudem als einer der schönsten Parks Wiens; es gibt sogar eine markierte „Silent Run“-Strecke für Jogger. Man sieht Radfahrer und Familien unter den alten Bäumen spazieren – es ist nicht gruselig, sondern eine grüne Lunge. Für pure Natur sollten Sie zum Alten Jüdischen Friedhof gehen, der seit Jahrzehnten sich selbst überlassen wurde. Efeu umschlingt die Steine, Rehe, Dachse und Turmfalken sind hier zu Hause. Es ist nur eine kurze Fahrt vom Ring, fühlt sich aber an wie ein anderes Jahrhundert.

Wichtige Tipps für Besucher

  • **Nehmen Sie den 71er

    ** Fahren Sie mit der Straßenbahnlinie 71 vom Ring bis „Zentralfriedhof 2. Tor“. Diese Fahrt ist so endgültig, dass die Wiener „den 71er nehmen“ als Synonym für das Sterben verwenden.

  • **Finden Sie die Musiklegenden

    ** Schnappen Sie sich am Eingang einen Plan und spazieren Sie zur Gruppe 32A. Hier sind die großen Namen wie Beethoven, Schubert und die Familie Strauss versammelt.

  • **Beobachten Sie die Tierwelt

    ** Halten Sie Ausschau nach Rehen und den dicken, erstaunlich zutraulichen Feldhamstern. Sie tummeln sich besonders in den ruhigen, verwilderten Ecken des Alten Jüdischen Friedhofs.

  • **Besuchen Sie das Bestattungsmuseum

    ** Schauen Sie beim Bestattungsmuseum nahe Gate 2 vorbei. Es bietet tiefe Einblicke in die morbide Ader Wiens und verkauft im Shop sogar LEGO-Leichenwagen und Krematorien.

  • **Tragen Sie bequeme Schuhe

    ** Das Areal ist riesig. Wenn die Füße müde werden, können Sie sich ein E-Bike leihen oder den Audioguide nutzen, um die Orientierung zu behalten.

Beste Reisezeit

"Besuchen Sie den Friedhof im Frühling oder Herbst, um die Mittagshitze zu vermeiden. Der frühe Morgen ist ideal, wenn Sie Rehe und Hamster sehen möchten, bevor die Besucherströme kommen."

Häufig gestellte Fragen

Wie komme ich vom Wiener Stadtzentrum zum Wiener Zentralfriedhof?
Nehmen Sie die Straßenbahnlinie 71 von der Ringstraße für eine direkte Verbindung zum Haupteingang bei Gate 2. Alternativ können Sie die S-Bahn S7 bis zur Station Zentralfriedhof nehmen, die sich im hinteren Teil des Geländes befindet.
Welche berühmten Komponisten sind auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben?
Der Friedhof ist die letzte Ruhestätte für Musiklegenden wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johannes Brahms und Johann Strauss II. Ihre Ehrengräber finden Sie in der Gruppe 32A, nahe der Karl-Borromäus-Kirche.
Gibt es Wildtiere auf dem Wiener Zentralfriedhof?
Ja, die weitläufige Grünanlage ist die Heimat vieler Tiere, darunter Rehe, Feldhamster und diverse Vogelarten. Besuchen Sie den Friedhof am frühen Morgen, um die besten Chancen zu haben, diese Tiere in den ruhigeren Abschnitten zu sehen.
Gibt es eine Möglichkeit, den Wiener Zentralfriedhof ohne weite Fußwege zu erkunden?
Aufgrund der enormen Größe verkehrt eine eigene interne Buslinie (Linie 11) im Halbstundentakt zwischen den verschiedenen Toren und Sektionen. Zudem können Sie bei Gate 2 ein traditionelles Fiaker-Gespann für eine Rundfahrt mieten.
Ist das Fotografieren auf dem Wiener Zentralfriedhof erlaubt?
Fotografieren für den privaten Gebrauch ist gestattet, sofern Sie die Pietät des Ortes wahren und keine Trauerfeiern filmen. Die Jugendstil-Architektur der Lueger-Kirche und der efeubewachsene jüdische Teil sind beliebte Motive.
Was kann man im Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof sehen?
Dieses einzigartige Museum beleuchtet Wiens historische Faszination für den Tod mit Exponaten wie Prunksärgen, Trauerkleidung und Leichenwagen. Es befindet sich direkt unter der Aufbahrungshalle bei Gate 2 und erfordert ein separates Ticket.
Was sollte ich bei einem Besuch des Wiener Zentralfriedhofs anziehen?
Tragen Sie bequeme Wanderschuhe, da das Gelände riesig ist. Obwohl es keine strikte Kleiderordnung gibt, wird von Besuchern erwartet, dass sie sich angemessen kleiden und sich ruhig verhalten, um die Trauernden nicht zu stören.
Gibt es in der Nähe des Wiener Zentralfriedhofs Einkehrmöglichkeiten?
In der Nähe von Gate 2 gibt es mehrere traditionelle Wiener Cafés und Restaurants, wie etwa das Schloss Concordia. Es ist eine Wiener Tradition, nach einem langen Spaziergang über den Friedhof einen Kaffee und ein Stück Torte zu genießen.
Wie sind die Öffnungszeiten von Wiener Zentralfriedhof?
Nov-Feb: Täglich 8:00-17:00. März & 1. Okt-2. Nov: Täglich 7:00-18:00. Apr-Sep: Täglich 7:00-19:00 (Mai-Aug donnerstags bis 20:00).
Wie viel kostet der Eintritt bei Wiener Zentralfriedhof?
Eintritt zum Friedhof frei. Der Eintritt für das Bestattungsmuseum ist separat zu entrichten.
Wie viel Zeit sollte ich für Wiener Zentralfriedhof einplanen?
Ein typischer Besuch dauert 2-3 Stunden. Besuchen Sie den Friedhof im Frühling oder Herbst, um die Mittagshitze zu vermeiden. Der frühe Morgen ist ideal, wenn Sie Rehe und Hamster sehen möchten, bevor die Besucherströme kommen.
Ist Wiener Zentralfriedhof barrierefrei zugänglich?
Die Hauptwege sind asphaltiert und für Rollstuhlfahrer gut befahrbar. In den älteren Sektionen oder im jüdischen Teil müssen Sie jedoch mit Kies und unebenen Wurzeln rechnen.

Auf einen Blick

Eintrittspreis
Eintritt zum Friedhof frei. Der Eintritt für das Bestattungsmuseum ist separat zu entrichten.
ÖffnungszeitenNov-Feb: Täglich 8:00-17:00. März & 1. Okt-2. Nov: Täglich 7:00-18:00. Apr-Sep: Täglich 7:00-19:00 (Mai-Aug donnerstags bis 20:00).
Besuchsdauer2-3 Stunden
AdresseSimmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien
Telefon+43 1 534 69 28405
BarrierefreiheitDie Hauptwege sind asphaltiert und für Rollstuhlfahrer gut befahrbar. In den älteren Sektionen oder im jüdischen Teil müssen Sie jedoch mit Kies und unebenen Wurzeln rechnen.

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