Wiener Secession

Wiener Secession

Galerie

1. Bezirk – Innere StadtMittelklasse

Über das Erlebnis

Das Secessionsgebäude unweit des Naschmarkt ist ein gestreckter Mittelfinger in Richtung der Traditionen des 19. Jahrhunderts. Dieses Jugendstil-Meisterwerk schreit förmlich nach Unabhängigkeit. Man erkennt es sofort an der Kuppel aus 2.500 vergoldeten Lorbeerblättern. Die Wiener nennen sie liebevoll „goldenes Kraut“, doch eigentlich ist das Gebäude eine ernsthafte Kriegserklärung an den barocken Einheitsbrei des Ersten Bezirks. Der weiße, geometrische Kubus wurde für eine Gruppe von Rebellen erbaut: 1897 kehrten Gustav Klimt und seine Freunde dem konservativen Künstlerhaus den Rücken, um die Wiener Secession zu gründen. Sie brauchten eine Bühne für ihre progressiven Ideen, und der Architekt Joseph Maria Olbrich schenkte ihnen diesen „Tempel der Kunst“. Beachten Sie den goldenen Schriftzug über dem Eingang: „Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.“ Das ist hier kein bloßes Motto, sondern Gesetz. Heute dient das Haus als von Künstlern geführte Halle für zeitgenössische Werke. In den oberen, lichtdurchfluteten Galerien finden wechselnde Ausstellungen statt. Doch der wahre Grund für Ihren Besuch liegt im Untergeschoss: Dort befindet sich Klimts 34 Meter langer Beethovenfries. Er umspannt drei Wände in einem ruhigen, klimatisierten Raum. Das Werk ist eine mit Blattgold verzierte, symbolische Interpretation des menschlichen Strebens nach Glück. Diese gewaltigen, schimmernden Paneele mit eigenen Augen zu sehen, ist eine Pflichtübung für jeden Wien-Besucher.

Fotos

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Geschichte & Bedeutung

Wiener Secession — historic view

Die Wiener Secession nahm ihren Anfang am 3. April 1897. Gustav Klimt, Koloman Moser und Josef Hoffmann führten den Auszug aus der angestaubten Genossenschaft bildender Künstler an, um ihr eigenes Ding zu machen. Sie beauftragten Joseph Maria Olbrich, auf einem von der Stadt geschenkten Grundstück ein Heim für ihre neue Bewegung zu errichten. Es ging schnell voran: Nach nur sechs Monaten Bauzeit öffneten sich im November 1898 die Türen. 1902 fand hier das berühmteste Ereignis statt: die 14. Secessionsausstellung, eine monumentale Hommage an Ludwig van Beethoven. Klimt malte seinen berühmten Fries eigens für diese Schau. Eigentlich sollte das Werk nur temporär sein, doch glücklicherweise wurde es gerettet. Die Geschichte meinte es nicht immer gut mit dem Ort: Alliierte Bomben und ein Feuer zerstörten das Gebäude 1945 in den letzten Kriegswochen fast vollständig. Es dauerte Jahrzehnte, bis es wiederhergestellt war, doch eine umfassende Renovierung durch Adolf Krischanitz im Jahr 1984 brachte den Glanz von 1898 zurück – inklusive einer frischen Goldschicht für die ikonische Kuppel.

Das Gebäude

Wiener Secession — Das Gebäude

Joseph Maria Olbrich war ein Schüler des großen Otto Wagner, und das sieht man. Er entwarf das Secessionsgebäude als eines der ersten Häuser, das explizit für moderne Kunst konzipiert wurde. Er verzichtete auf die schweren, verschnörkelten Verzierungen des 19. Jahrhunderts zugunsten flacher weißer Wände und klarer Linien. Es wirkt wie ein Tempel. Der Star der Architektur ist die Kuppel: eine Sphäre aus 2.500 vergoldeten Blättern und 300 Beeren. Anfangs erntete sie viel Spott und Kritik, doch die Lorbeerblätter sollten den Sieg symbolisieren – und Sieg sieht in der Sonne verdammt gut aus. Schauen Sie sich die Details genauer an: An der Fassade finden Sie drei Gorgonenhäupter, die Malerei, Architektur und Bildhauerei repräsentieren. Koloman Moser fügte Eulenmotive an den Seitenwänden hinzu, um Athene zu ehren. Von den schweren Bronzetüren bis zu den steinernen Pflanzgefäßen in Schildkrötenform wurde alles als Gesamtkunstwerk entworfen. Es ist ein ästhetisches Erlebnis, noch bevor man überhaupt ein Ticket kauft.

Highlights der Ausstellung

Wiener Secession — Highlights der Ausstellung

Während das Erdgeschoss mit wechselnden zeitgenössischen Werken für frischen Wind sorgt, beherbergt das Untergeschoss den permanenten Höhepunkt. Sie sind wegen Gustav Klimts Beethovenfries hier. Das 34 Meter lange Wandbild wurde 1902 begleitend zu Beethovens 9. Sinfonie geschaffen. Klimt verwendete Kaseinfarben, Stuck und Blattgold. Eigentlich sollte es nach der Ausstellung zerstört werden, doch glücklicherweise wurde es von den Wänden abgenommen und fand schließlich in dieser eigens dafür gebauten Galerie seinen Platz. Das Wandbild folgt einer Erzählung über drei Wände. Beginnen Sie links mit den schwebenden Figuren, die die Sehnsucht nach dem Glück darstellen. An der Mittelwand wird es düster: „Die feindlichen Gewalten“. Hier sehen Sie den Riesen Typhoeus, seine Gorgonentöchter sowie Figuren, die Wahnsinn und Tod verkörpern. Es ist schwere, symbolträchtige Kost. Die Geschichte endet an der rechten Wand mit dem Sieg der Künste, einem gewaltigen Kuss und einem Chor der Engel – Klimts Version der „Ode an die Freude“. Zwischen Blattgold und Halbedelsteinen ist dieser Anblick hypnotisch. Lassen Sie sich Zeit.

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Wichtige Tipps für Besucher

  • Gehen Sie am Mittwoch

    Der Eintritt zum gesamten Gebäude ist an jedem ersten Mittwoch im Monat völlig kostenlos. Kommen Sie frühzeitig.

  • Gönnen Sie sich den Audioguide

    Die 3 € sind bestens investiert. Ohne Erklärungen lässt sich Klimts eigenwillige Symbolik im Beethovenfries kaum entschlüsseln.

  • Kaufen Sie den Honig

    Auf dem Dach stehen eigene Bienenstöcke. Suchen Sie im Shop nach dem „Stadthonig“ – er wird direkt über der Kunst produziert.

  • Meiden Sie den Trubel

    Besuchen Sie das Untergeschoss an einem Dienstag oder Donnerstag direkt um 10:00 Uhr. Dann haben Sie das Wandgemälde oft für zehn Minuten ganz für sich.

  • Essen am Markt

    Der Naschmarkt liegt direkt gegenüber. Meiden Sie die Touristenfallen und holen Sie sich nach dem Besuch ein Falafel-Sandwich oder lokalen Käse.

Beste Reisezeit

"Kommen Sie an einem Wochentag vormittags, um den Fries in Ruhe zu genießen. Wer sparen möchte, nutzt den kostenlosen ersten Mittwoch im Monat, muss dann aber mit Andrang rechnen."

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Häufig gestellte Fragen

Wie erreiche ich das Secessionsgebäude mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Das Gebäude ist leicht über den Verkehrsknotenpunkt Karlsplatz erreichbar, wo die U-Bahn-Linien U1, U2 und U4 halten. Vom Ausgang der Station sind es nur drei Minuten zu Fuß in Richtung Naschmarkt bis zum Eingang der Galerie.
Warum wird die Kuppel der Secession auch „goldenes Kraut“ genannt?
Der Spitzname rührt vom einzigartigen Design der Kuppel her, die aus rund 3.000 vergoldeten Lorbeerblättern besteht, die eine Kugelform bilden. Dieses markante Jugendstil-Ornament sollte das Wachstum und die Erneuerung der Wiener Kunstszene symbolisieren.
Ist Fotografieren im Secessionsgebäude erlaubt?
Fotografieren für den privaten Gebrauch ist in den Ausstellungsräumen ohne Blitz und Stativ generell gestattet. Für bestimmte zeitgenössische Installationen oder Teile des Beethovenfries-Raums können jedoch Sonderregeln gelten, achten Sie daher auf die Beschilderung vor Ort.
Was ist das berühmteste Kunstwerk in der Secession?
Das absolute Highlight ist Gustav Klimts Beethovenfries, ein monumentales, 34 Meter langes Wandgemälde im Untergeschoss. Ursprünglich 1902 für eine temporäre Ausstellung geschaffen, gilt es heute als eines der bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils.
Was gibt es in der Nähe des Secessionsgebäudes zu sehen?
Direkt gegenüber liegt der Naschmarkt, ideal für ein Mittagessen oder einen Bummel. Ebenfalls fußläufig erreichbar sind die Karlskirche und das Theater an der Wien, zwei weitere bedeutende kulturelle Wahrzeichen der Gegend.
Gibt es eine Kleiderordnung für den Besuch der Galerie?
Es gibt keine formelle Kleiderordnung, Freizeitkleidung ist absolut angemessen. Große Regenschirme, Rucksäcke oder sperrige Taschen müssen jedoch an der Garderobe oder in den Schließfächern beim Empfang abgegeben werden.
Kann man die Secession kostenlos besuchen?
Normalerweise fällt ein Eintrittsgeld an, aber an jedem ersten Mittwoch im Monat bietet die Galerie freien Eintritt für alle. Dies ist eine tolle Gelegenheit für preisbewusste Reisende, die Architektur und den Klimt-Fries kostenlos zu sehen.
Was bedeutet die Inschrift an der Vorderseite des Gebäudes?
Der Satz lautet: „Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.“ Dies war das Motto der Secessions-Künstler, die aus der offiziellen Akademie austraten, um moderne und experimentelle Stile zu verfolgen.
Wie sind die Öffnungszeiten von Wiener Secession?
Dienstag bis Sonntag 10:00-18:00, montags geschlossen
Wie viel kostet der Eintritt bei Wiener Secession?
Erwachsene €12-€13, Ermäßigt €7.50-€10
Wie viel Zeit sollte ich für Wiener Secession einplanen?
Ein typischer Besuch dauert 1-2 Stunden. Kommen Sie an einem Wochentag vormittags, um den Fries in Ruhe zu genießen. Wer sparen möchte, nutzt den kostenlosen ersten Mittwoch im Monat, muss dann aber mit Andrang rechnen.
Ist Wiener Secession barrierefrei zugänglich?
Das Gebäude ist voll zugänglich. Ein spezieller Aufzug auf der linken Seite führt sowohl zum Beethovenfries im Untergeschoss als auch zu den Hauptausstellungsebenen.

Auf einen Blick

Eintrittspreis
Erwachsene €12-€13, Ermäßigt €7.50-€10
ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag 10:00-18:00, montags geschlossen
Besuchsdauer1-2 Stunden
AdresseFriedrichstraße 12, 1010 Vienna
Telefon+43 1 587 53 07
BarrierefreiheitDas Gebäude ist voll zugänglich. Ein spezieller Aufzug auf der linken Seite führt sowohl zum Beethovenfries im Untergeschoss als auch zu den Hauptausstellungsebenen.

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